von
Bernhard Haudum
| Dezember 2011
Plattform gegen den Ausbau der Windkraftanlagen in Schenkenfelden
Stößt auf Widerstand: Der Windkraftausbau in Schenkenfelden.
Foto: GUUTE-Journal
Keine Freude hat eine in Gründung befindliche, unabhängige Bürgerplattform mit dem geplanten Ausbau der Windkraftanlagen in Schenkenfelden.
Der Zusammenschluss kritischer und betroffener Bürger aus Schenkenfelden und Bad Leonfelden verweist in einem Schreiben auf die weitreichenden Auswirkungen des geplanten Windkraftausbaues auf die Region: Der Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild und die sich daraus ergebende Minderung der Lebensqualität werden ebenso ins Treffen geführt wie grundsätzliche Fragen. Ein Kraftwerks-standort sei - so die kritischen Bürger, die vorwiegend aus den betroffenen Ortschaften Vorder- und Hinterkönigschlag, Weinzierl und Rading stammen - nur bedingt mit dem Image der Region zu vereinbaren, die sich touristisch u.a. mit ihrer intakten Natur vermarket.
Unterstützung erhält die Plattform von der oö. Umweltanwaltschaft: Dort gibt es massive Bedenken am ins Auge gefassten Standort auf dem Steinberg. Der Grund dafür liegt in einem schützenswerten Vogelzugkorridor, der sich laut EU-Naturschutzrichtlinie über das gesamte Waldgebiet in der Region erstreckt. Ein derartiger Korridor reicht im Normalfall aus, um ein Gebiet für die Errichtung von Windrädern als ungeeignet zu beurteilen.
Gegen wirtschaftliche Einzelinteressen
Die Plattform verlangt im Hinblick auf den gerade in der Ausarbeitungsphase befindlichen Windkraft-Masterplan in Oberösterreich, dass wirtschaftliche Einzelinteressen gegen die Interessen einer ganzen Region abgewogen werden. Es könne nicht sein, dass man ausländischen Investoren den Boden für Profite auf dem Rücken der einheimischen Bevölkerung bereite. Dies umso mehr, da die Region ohnehin schon einen massiven Beitrag zur erneuerbaren Energie leiste: Die bestehenden Windräder in Schenkenfelden und der Windpark im Sternwald bei Vorderweißenbach seien definitiv genug.