Das Fußballjahr von A bis Z: Starke Aufsteiger, Promis und Heimkehrer

Ein Ex-Profi im heimischen Fußball-Unterhaus: Jürgen Panis - er war früher u.a. beim LASK aktiv - kickt jetzt für die Askö Pregarten in der Bezirksliga Nord. Foto: beha-pictures

Traditionell nehmen wir uns nach dem Start in die Winterpause das abgelaufene Fußballjahr noch einmal von A bis Z vor. Die nachstehende Bilanz befasst sich mit starken Aufsteigern und Promis im heimischen Unterhaus ebenso wie mit erfolgreichen Heimkehrern.

Aufsteiger im Rampenlicht: Einmal mehr bestätigte sich auch in diesem Jahr, dass ein Meistertitel das beste, völlige legale Doping für die folgende Saison ist. Das aktuelle Beispiel ist der SV Gramastetten, der als Aufsteiger aus der 1. Klasse gleich die Bezirksliga Nord kräftig aufmischte.

Birklbauer Martin: Sprang im Frühjahr als Trainer bei der Sportunion Bad Leonfelden ein und führte die Kurstadtkicker aus dem Fußballkeller in die 1. Klasse zurück.
 
Comeback nach selbstgewählter Pause: Nach dem doch etwas überraschenden Abschied bei Bezirksligist Vorderweißenbach zum Frühjahrsstart und einem halben Jahr „Fußballkarenz“ kehrte Walter Lehner im Herbst als sportlicher Leiter des SV Gallneukirchen in die Szene zurück.
 
Dautovic Marko: Sorgte als „Torfabrik“ des SV Steyregg im Herbstdurchgang für zahlreiche entscheidende Treffer. Ob das auch im kommenden Frühjahr noch so sein wird, ist unsicher - angeblich haben etliche Klubs aus höheren Ligen ein Auge auf den Goalgetter geworfen.
 
Extrem eng geht es im Herbstdurchgang in der Bezirksliga Nord her: Zwischen den vorderen Plätzen und den Abstiegsrängen liegen vergleichsweise wenige Punkte. Die Teams sind sportlich weitgehend auf Augenhöhe, sowohl in Sachen Titel als auch in puncto Abstieg ist im Frühjahr alles möglich.
 
Folgenschwerer Zusammenstoß: In einer Aufbaupartie knallte der Vorderweißenbacher Torjäger Martin Silmbrod mit einem Gegenspieler so unglücklich zusammen, dass er einen Schädelbruch erlitt. Daraufhin war der Tscheche wochenlang außer Gefecht und konnte erst gegen Schluss der Meisterschaft - mit einem Helm als Schutz - wieder in das Geschehen auf dem Platz eingreifen.
 
Gradascevic Samir: Kehrte als Spielertrainer zu seinem Stammverein SV Gallneukirchen zurück. Mit Erfolg: Die Gusenstädter sind im absoluten Spitzenfeld der Landesliga Ost mit dabei und können im kommenden Frühjahr bei der Vergabe des Titels ein Wörtchen mitreden.
 
Hofer Franz: Der Herr Magister auf der Trainerbank hält die Union St. Martin/Mühlkreis mit viel Begeisterung und noch mehr Fachwissen in der Landesliga Ost. Eine „Lebensversicherung“ ist dabei Torjäger Lukas Leitner, der nach wie vor ein Garant für die ganz wichtigen Treffer ist.
 
Internet als unverzichtbares Instrumentarium: Der digitale Spielbericht ist inzwischen ebenso eine Selbstverständlichkeit wie zahlreiche Portale, die sich dem Unterhaus-Fußball widmen. Dazu betreiben die meisten Vereine auch eine eigene Homepage.
 
Jürgen Panis: Der frühere LASK-Kicker zerreißt jetzt bei Askö Pregarten in der Bezirksliga Nord seine Fußballschuhe.     Obwohl nach einer langen Verletzung augenscheinlich nicht mehr der Schnellste, hat der „Beißer“ wesentlichen Anteil da­ran, dass die Schützlinge von Trainer Josef Ganser einmal mehr um den Meistertitel mitfighten können.
 
Katzmair Christoph: Der Routinier in den Diensten der Union Reichenthal ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass seine Mannschaft vom Aufstieg in die 1. Klasse träumen kann. Nach dem Herbstdurchgang sind die Titelchancen in der 2. Klasse Nord-Mitte auf alle Fälle intakt.
 
Lang Günther: Sorgt mit seinen Treffern dafür, dass sich der SV Hellmonsödt im Mittelfeld der 1. Klasse Mitte behaupten kann. In diesem haben es die Schützlinge von Trainer Christian Schörgenhuber u.a. mit Lokalrivalen Lichtenberg zu tun, während sich Puchenau und Eidenberg/Geng sogar in Richtung Spitzenfeld orientieren dürfen.
 
Mäßig läuft es für die Union Feldkirchen/Donau in der 2. Klasse Nord-West: Nach dem Abstieg und die Umgruppierung tut man sich in der Liga mit vielen kampfstarken Clubs aus dem Oberen Mühlviertel recht schwer und muss - zumindest vorerst - mit einem Mittelfeldplatz vorlieb nehmen.
 
Neumüller Christoph: Bildet gemeinsam mit Martin Eckerstorfer und Jaroslav Houska jenes „magische Dreieck“, das für einen Großteil der Tore der Union St. Peter/Wimberg in der 1. Klasse Nord verantwortlich zeichnet. Nachdem man in der letzten Saison in der letzten Runde an Gramastetten gescheitert war, möchten die Schützlinge von Trainer Franz Leutgöb den Aufstieg in die Bezirksliga Nord in dieser Saison unbedingt realisieren.
 
Ottensheim im Wechselbad der Gefühle: Die abgelaufene Herbstsaison war für die Truppe von Ex-LASK-Profi Christian Lehermayr ein permanentes Auf und Ab, nach dem Abgang einiger Leistungsträger musste sich die Mannschaft erst richtig finden. Durch die knappe Tabellensituation ist für das Frühjahr sowohl nach vorne als auch nach hinten noch (fast) alles möglich.
 
Pichler Manuel: Der Goalgetter der Union Schweinbach hat wesentlichen Anteil daran, dass sein Verein im Vorderfeld der 1. Klasse Nordost mit dabei ist. Nicht ganz so toll läuft es in dieser Liga für die Union Alberndorf, die sich nach dem Wiederaufstieg vor allem in den Auswärtspartien hart tut.
 
Qualität im Mittelpunkt: Mit internen Schulungen und intensiven Coachings versuchen die heimischen Schiedsrichter, die Qualität ihrer Leistungen zu steigern. Mit Erfolg: Von einzelnen Ausreißern abgesehen, gab es für die Referees im abgelaufenen Jahr durchwegs gute Kritiken.
 
Rote Karten mit heftigen Folgen: Um erzieherisch zu wirken, gibt es seit geraumer Zeit auch für vergleichsweise harmlose Vergehen harte Strafen, fünf und mehr Spiele Sperre sind inzwischen keine Seltenheit mehr.
 
Stark verbessert zeigt sich in dieser Saison die Union St. Veit im Mühlkreis: Der einstige Prügelknabe gibt in der 2. Klasse Nordwest eine respektable Figur ab und hält sich im vorderen Mittelfeld.
 
Tautscher Benjamin: Der Torjäger der Union Katsdorf ist einmal mehr massiv daran beteiligt, dass die Mannschaft von Trainer Reinhard Klug in der Landesliga Ost im absoluten Spitzenfeld mitfightet.
 
Unzufrieden sind viele Funktionäre mit dem OÖ. Fußballverband: Die zahlreichen, mehr oder weniger verpflichtenden Schulungen und Kurse kosten den Sport-, Sektions- und Nachwuchsleitern oft viel Zeit, ohne in der Praxis wirklich von Nutzen zu sein.
 
Vorbildhaft wird in vielen Vereinen im Nachwuchsbereich gearbeitet: Entsprechende Strukturen sind vielfach inzwischen eine Selbstverständlichkeit, auch in die Bereitstellung entsprechend qualifizierter Trainer wird investiert.
 
Weiter in der Warteschleife in Richtung Bezirksliga steht die Union Schenkenfelden: Die Truppe von Ex-LASK-Profi Walter Hochmair zählt seit Jahren zu den Topmannschaften der 
1. Klasse Nord – der ganz große Wurf will aber nicht gelingen.
 
Xhevxet Havolli: Der Gallneukirchner in den Diensten des SK St. Magdalena zählt zu den absoluten Top-Torschützen der Landesliga Ost. Mit seinen Treffern hat er wesentlichen Anteil daran, dass die Urfahraner nach vielen harten Jahren wieder von der OÖ. Liga träumen dürfen.
 
Yunus Ural, Safet Bejic, Radek Tejml & Co: Zahlreiche Kicker mit Mi­grationshintergrund oder aus dem benachbarten Ausland – besonders aus Tschechien – sind im heimischen Unterhaus aktiv. Damit leistet der Fußball einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Integration und zur Völkerverständigung.
 
Zeljko Martinov: Obwohl inzwischen auch schon etwas in die Jahre gekommen, ist der Torjäger für den SV Gramastetten in der Bezirksliga Nord eine unverzichtbare Stütze: Bei Standards oder im Strafraum hat er nichts von seiner immensen Gefährlichkeit eingebüßt und ist so immer für einen Treffer gut.