Ökostromgesetz: Harte Zeiten für Anlagen mit zu geringer Leistung
Auf Ökostromanlagen mit geringer Leistung – im Bild ein Windrad im Sternwald bei Vorderweißenbach – warten in Zukunft harte Zeiten.
Harte Zeiten beschert das neue, vor wenigen Wochen im Nationalrat beschlossene Ökostromgesetz jenen Produzenten, deren Anlagen zu wenig Leistung abliefern: Ihnen wird in Zukunft bei Nichterreichung von bestimmten Sollzahlen das Unterstützungsvolumen gekürzt.
Um ein Mindestmaß an Wirtschaftlichkeit sicher zu stellen, sieht das neue Ökostromgesetz eine bestimmte Menge an Volllaststunden vor: Diese betragen laut Auskunft des Wirtschaftsministeriums bei Biogas 7.000 Stunden im Jahr, bei Biomasse 6.000 Stunden. Photovoltaikanlagen müssen es im Jahr auf 950 Volllaststunden bringen, Kleinkraftwerke auf 4.000. Bei Windkraftanlagen sind 2.150 Volllaststunden vorgesehen. Die Richtzahlen wurden in Zusammenarbeit mit der OeMAG (Ökostromabwicklungsstelle) festgelegt, die die erreichten Volllaststunden auch kontrolliert und die entsprechenden, über die Ökostromzuschläge der Konsumenten finanzierten Förderungen in der Folge ausbezahlt.
Bleibt nun eine Anlage – z.B. ein Windrad – unter der vom Gesetz vorgesehenen Leistungsgrenze, so reduziert sich das Unterstützungsvolumen entsprechend. Der Einspeisetarif an sich ändert sich nicht. Konkret berechnet wird das Unterstützungsvolumen anhand der Parameter Leistung der Anlage in kW, Volllaststunden pro Jahr und dem Einspeisetarif in Cent je Kilowattstunde. Die Leistung der Anlage wird bei der Genehmigung derselben von der OeMAG geprüft.
Bangen um die Wirtschaftlichkeit
Dramatische Auswirkungen könnte das neue Ökostromgesetz für jene Anlagen haben, die produktionsseitig am Limit agieren. So ist es z.B. ein offenes Geheimnis, dass die in unserer Region installierten Windkraftanlagen in puncto Wirtschaftlichkeit grenzwertig sind und ihr Betrieb nur dank massiver Förderungen rentabel ist. Bei Neuanlagen – wie sie aktuell etwa in Schenkenfelden diskutiert werden – fällt der exakten Berechnung der zu erzielenden Leistung daher noch mehr Bedeutung zu: Ein allfällige Fehlkalkulation in diesem Bereich könnte die Betreiber rasch in arge wirtschaftliche Probleme bringen. -b.h.-
