u.we-Chef Haderer: "Wir brauchen kein veraltetes Kirchturmdenken"

Erfolgreiche Projekte, stetig neue Impulse, der gelungene Aufbau von langfristigen Standbeinen: Das Resümee von Obmann Wolfgang Haderer zur Region Urfahr-West (u.we) fällt positiv aus. „Wer sich aktiv an u.we beteiligt, sieht das auch“, wehrt er sich vehement gegen jüngst laut gewordene Kritik.

Seit der Gründung des Vereins 2003 und seitdem u.we 2007 zur EU-geförderten LEADER-Region geworden sei, habe man viel bewirkt, so Obmann Haderer, ÖVP-Bürgermeister von Puchenau. Bereits erfolgreiche Regionen wie SternGartl/Gusental sind mittlerweile in der dritten LEADER-Periode und würden vorzeigen: „Regionsarbeit ist eine Investition in die Zukunft. Schon nach drei Jahren LEADER aufzurechnen, wie viel man als Gemeinde hineingesteckt hat und mindestens einen ebenso hohen Rückfluss zu erwarten, ist nicht nur verfrüht, sondern auch veraltetes Kirchturmdenken.“ Über die Gemeindegrenzen hinweg arbeite man schon heute verstärkt zusammen, zum Beispiel bei der gemeinsamen Nutzung von Bauhöfen. „Das sind Synergien, die nur durch eine engere Zusammenarbeit entstehen.“

Keine Peanuts

Bis dato wurden 45 Projekte mit einem gesamten Investitionsvolumen von 3,4 Millionen Euro umgesetzt, zum Teil aus LEADER-Fördertöpfen finanziert. „Und das sind definitiv keine Peanuts, sondern auf die Jahre gesehen gut investiertes Geld“, entgegnet Haderer der Kritik des Waldinger SPÖ-Ortschefs LAbg. Josef Eidenberger, der in der vergangenen Ausgabe des GUUTE-Journals einen Neustart der Region gefordert hatte. Eidenberger kritisierte die Arbeit der LEADER-Region unter anderem dafür, dass diese sich lediglich mit „Haselnussprojekten“ befasse, einen „aufgeblähter Diskussions-Apparat“ darstelle und zu wenig wirtschaftliche Ausrichtung habe. Nach solchen Äußerungen lasse sich „nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagt Haderer.

Kommentare vom Zuschauerbalkon

Haderer könne die Kritik nicht akzeptieren. „Schließlich waren stets Vertreter aller neun u.we-Gemeinden bei Entscheidungen anwesend. Walding war durch Vizebürgermeister Dr. Günter Mayr vertreten.“ Durch Äußerungen „vom Zuschauerbalkon herab“ diskreditiere und demotiviere Eidenberger lediglich die Arbeit aller Involvierten – besonders jene der Ehrenamtlichen, die Projekte für die Region entwickeln und vorantreiben. LEADER und die Region als Verein sehe seit Beginn an vor, dass neben wirtschaftlichen Netzwerken auch kulturelle oder soziale Projekte gefördert werden. „Viele, zum Beispiel das Tourismusprojekt CULTrips, haben mittel- und langfristig neben der primären Ausrichtung natürlich auch eine wirtschaftliche Komponente“, so Haderer, der zudem das ARGE Zentrum Ottensheim, die u.we/GUUTE-Gutscheine mit ihrer Kaufkraftförderung, den regionalen Wirtschaftskoordinator sowie das interkommunale Betriebsansiedlungsgebiet (INKOBA) als Beispiele wirtschaftlicher Zusammenarbeit nennt. „Leider ist letzteres bisher daran gescheitert, dass Walding keinen der bisherigen Vorschläge akzeptiert hat.