von
Albin Gattermayr
| Januar 2012
Diakoniewerk sorgt sich um eine angemessene Altersversorgung
Warnt vor Einschnitten in der Altersversorgung: Mag. Christa Schrauf, Rektorin des Diakoniewerkes.
Foto: GUUTE-Journal
Zur Debatte um Sparpakete meldet sich im „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012“ auch das Evangelische Diakoniewerk zu Wort. Es fürchtet, dass Altern zusehends nur als steigender Kostenfaktor im Gesundheits- und Sozialbereich gesehen wird.
Die Fakten sprechen für sich: Der Anteil der EU-Bürger über 65 Jahre wird sich von 17,4 % im Jahr 2011 auf 30 % im Jahr 2060 erhöhen. Seit 1999 hat sich in Oberösterreich die Zahl der 95-Jährigen und älteren Menschen auf knapp 1.600 fast verdoppelt.
Vor diesem Hintergrund warnt Mag. Christa Schrauf, Rektorin des Diakoniewerkes, vor einer einseitigen Darstellung: „Die Diskussion verkürzt sich zu sehr auf die fehlenden finanziellen Mittel, es geht zu wenig um die Bedürfnisse der älteren Menschen. Die Fokussierung auf die Kostenfrage provoziert auch unnötige Konflikte unter den Generationen.“
Wichtig sei die soziale Teilhabe auch im hohen Alter und für Menschen mit Pflegebedarf. Mit individuellen Wohnformen wie Hausgemeinschaften will das Diakoniewerk möglichst lange einen „normalen“ Alltag sichern. Die Zukunft liegt in der Öffnung nach außen und in der Vernetzung mit der Umgebung. Ein Beispiel: Bewohner aus dem Haus für Senioren in Wels unterstützen Volksschüler beim Lesen lernen, viele davon mit Migrationshintergrund.
Das Evangelische Diakoniewerk mit Sitz in Gallneukirchen begleitet, betreut und pflegt jährlich rund 1.200 ältere Menschen in vier Bundesländern. Eine Herausforderung ist auch, geeignetes Personal zu finden. In den Ludwig-Schwarz-Schulen in Gallneukirchen werden entsprechende Ausbildungen angeboten. Am Freitag, 10. Februar, von 8.30 bis 13.00 Uhr und ab 18.00 Uhr bietet ein Tag der offenen Tür die beste Gelegenheit sich zu informieren.