Operette: Wenn die „Fledermaus“ im Schmankerldorf Station macht...

Ein Gläschen auf eine erfolgreiche Produktion: Bürgermeister Leopold Gartner (li.) und Sponsorvertreter Mag. Gottfried Hochreiter (re.) stießen mit dem Ensemble auf die gelungene „Fledermaus“ in Vorderweißenbach an.
Foto: beha-pictures

Normalerweise sind große Opern- oder Operettenproduktionen ein Privileg großer Städte oder regionaler Zentren. Dass es auch anders geht, zeigte zu Jahresbeginn 2012 das Schmankerldorf Vorderweißenbach: Dort machte die „Fledermaus“ von Johann Strauß erfolgreich Station.

Es war eine Novität in der langen Geschichte der Sternsteingemeinde, die vor allem durch ihre hervorragende Gastronomie bekannt ist. Erstmals wurde eine Operette aufgeführt. Dabei legte man sich die Latte hoch: Es sollte keine Sparvariante, sondern eine vollwertige Aufführung mit Orchester, Chor und einem semi-professionellen Ensemble werden. Die Idee dazu hatte der Vorderweißenbacher Gemeindearzt Dr. Alexander Gallee. Der gebürtige Wiener ist seit 2008 in der SternGartl-Gemeinde tätig und in seiner Freizeit als Tenor ein gefragter Sänger. Durch seine hervorragenden Kontakte in die Kulturszene der Bundeshauptstadt konnte er eine Reihe von dort lebenden Sangesfreunden überzeugen, ein Gastspiel im Mühlviertel zu geben. Die Profis und Halbprofis wurden mit engagierten Kräften aus Vorderweißenbach zu einer brillianten Darstellerriege zusammengeführt, die an zwei Abenden im jeweils restlos ausverkauften Saal der Hauptschule zur Hochform auflief. Unter der Regie von Robert Simma glänzten Elisabeth Bauer, Daniela Wrenkh, Heinz Rank, Rainer Kohut und Martin Zoglmann ebenso wie Lokalmatador Alexander Gallee, der mit dem Gabriel von Eisenstein eine der Hauptrollen gab. Musikalisch lag die Produktion in den Händen des aus Vorderweißenbach stammenden Bad Leonfeldner Musikschuldirektors Konrad Ganglberger, der mit einem Salonorchester und einer stimmstarken Abordnung an lokalen Chorsängern für ein Operetten-Feuerwerk der Marke „Johann Strauß“ sorgte.

Damit dieses über die Bühne gehen konnte, legten viele Kräfte mit Hand an: So avancierte Edi Lehner von der Fa. WIPPRO mit Unterstützung seiner Chefleute zum Bühnenbildner, Marianne Mostler und ihre „Golden Girls“ der Goldenhauben- und Kopftuchgruppe kümmerten sich um das leibliche Wohl von Künstlern und Publikum. Der Kulturausschuss der Marktgemeinde unter Vbgm. Manfred Praher managte gemeinsam mit dem Musikverein die organisatorischen Details, für Licht und Ton zeichnete Andreas Bauer verantwortlich, der auch eine Liveübertragung via Internet auf die Beine stellte.
Last not least legte im Reigen der vielen Helfer auch Bürgermeister Leopold Gartner tatkräftig mit Hand an. Sein Part betraf vor allem die Sponsoren, die das Gastspiel der „Fledermaus“ im Schmankerldorf überhaupt erst möglich machten: Besonders kräftig griff dabei die Firma Hochreiter aus Bad Leonfelden der Produktion unter die Arme, die Firmenchefs Wolfgang und Mag. Gottfried Hochreiter stellten für die Unterbringung der Künstler aus dem Wiener Raum das renommierte Kurhotel Bad Leonfelden zur Verfügung. Dazu unterstützten die Baufirma Kapl, Türen- und Treppenproduzent WIPPRO, die Druckerei Bad Leonfelden, Elektro Stimmeder aus Helfenberg, Berli-Trans, Lehner-Transporte und zahlreiche weitere Partner die „Operettenfestspiele“ im Schmankerldorf.
Dafür wurden sie und die mehr als 800 Besucher mit einem einzigartigen Erlebnis belohnt, das durchaus kein solches bleiben muss: Angespornt durch den tollen Erfolg denkt man in Vorderweißenbach nämlich laut darüber nach, aus der einmaligen Landung der „Fledermaus“ einen weiterführenden „Flughafen“ für hochwertige Kulturproduktionen zu machen. 
Dies umso mehr, da diese Schiene auch wirtschaftlich Potenzial hat: Gemeinsam mit einem ebenfalls restlos ausverkauften Volkstheater wurden an einem Wochen­ende mehr als 2.000 Besucher im Schmankerldorf gezählt.