Neues Buch: Der Faust, der im Mühlviertel zu Hause ist
Gerade heraus und erfrischend ehrlich – eben durch und durch mühlviertlerisch – ist der neue „GRANIDD fausdd“ von Joschi Anzinger, dem Lichtenberger Dichter und Nebenerwerbsliteraten. Er hat sich erneut einen Klassiker der Literatur vorgenommen und ihn liebevoll in die Mühlviertler Mundart transponiert.
Er träume und spreche Mundart, er denke in Dialekt und verneige sich gerade deshalb in seinen Werken von der Sprache, die unsere Ahnen formten: so beschreibt es der Dialekt-Lyriker Joschi Anzinger selbst. Die Mundart sei „die Ursubstanz meines literarischen Ausdrucks“ sagt er und hat sich in der phonetischen Schreibweise wie bei H.C. Artmann auch schon einem mittelalterlichen Heldenepos gewidmet. Nach seiner „Pöstlingberg Trilogie“, die 2005 mit „oadeiddi zwoadeiddi“ begann, 2006 „eisn en feia“ brachte und 2007 mit „gounz oda goaned“ vervollständigt wurde, erschien 2009 das erfolgreiche „s’mühlviaddla nibelungenliad“. Nun wagt sich der Dichter mit der Tragödie von Johann Wolfgang Goethe über einen weiteren Klassiker der europäischen Weltliteratur und bringt den „GRANIDD fausdd“ heraus.
Mühlviertlerisierung
Die Handlung des „Faust“ hat Anzinger unberührt gelassen, sich aber dafür bei den Orten literarisch „ausgetobt“ und sie kurzerhand in heimische Gefilde verlegt. Unterstützt wird er in der „Mühlviertlerisierung“ des Epos von der Okarinamusi, denn sie untermalen musikalisch die dem Buch beigelegten 4 CDs mit eigens aufgenommenen Liedern und Improvisationen. Mit den Hörbüchern wird aber nicht nur zusätzlicher Hörgenuss geboten, sondern auch gleich mögliche Leseschwierigkeiten und andere „schdoibbaschdoanan“ (Stolpersteinen) der Mundartlektüre ausgeräumt.
Inspiration Alltag
Einen großen Teil seiner Inspiration für Lyrik und Prosa schöpft der hauptberuflich in der Busgarage der Linz AG Beschäftigte übrigens aus dem echten Leben. „Es sind die Erfahrungen des Alltags, die mich erzählen lassen“, sagt Anzinger, der in den nächsten Monaten mehrfach bei Lesungen zu sehen und vor allem hören ist.

