Arbeitsplätze als Schlüssel gegen die „Landflucht“

Von Bernhard Haudum

Die um den Jahreswechsel obligaten Prognosen haben es einmal mehr zu Tage gefördert: Die städtischen Gebiete und Ballungszentren werden in Sachen Bevölkerung weiter zulegen, die ländlichen Regionen werden Bewohner einbüßen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind vor allem die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt: In den urbanen Gebieten gibt es einfach mehr und bessere Jobs - und darauf wollen die jungen Menschen im Sinne ihrer Lebensqualität nicht verzichten. Wobei sich in den Expertisen auch ganz deutlich zeigt, dass die „Flucht“ in die Städte nicht immer freiwillig erfolgt: Vielfach bleibt der Jugend angesichts fehlender Strukturen in ihrer Heimat gar nichts anderes übrig. Ein abschreckendes Beispiel sind hier manche Regionen im Osten Österreichs, die bereits total vergreist sind und wo die Verantwortlichen Baugründe inzwischen herschenken würden, wenn sich bloß wieder jemand ansiedeln würde. Soweit sind wir im Mühlviertel gottlob noch nicht – und trotzdem sind die Signale ernst zu nehmen: Auch bei uns wird etlichen Gebieten ein kräftiger Aderlass an Einwohnern prophezeit, manche Gemeinden werden sich – sollte der aktuelle Trend anhalten – in den nächsten Jahrzehnten de facto halbieren. Dieser Entwicklung entgegen zu wirken, fordert Politik und Gesellschaft gleichermaßen: Sonntagsreden, in denen beschworen wird, dass die Arbeit zu den Menschen gebracht werden muss, werden als Antwort ebensowenig genügen wie der pure Egoismus bei der Verteidigung eigener Interessen. Dieser spiegelt sich u.a. darin wider, dass bei fast jedem ins Auge gefassten Betriebsbaugebiet gleich eine Bürgerinitiative aufsteht und dieses zu verhindern versucht. So legitim  derartige Proteste an sich sind, so sehr sollte man dabei auch ein wenig weiter denken: Attraktive Arbeitsplätze vor Ort sind ein Schlüssel für eine glückliche Zukunft der Kinder und Enkerl – und damit meist auch der Garant für eine Weiterführung des eigenen Lebenswerkes.